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Pfeffergel – Die bessere Alternative zum Pfefferspray?

Kann man sich mit Pfeffergel oder Pfefferspray besser verteidigen? Immer wieder wird in den Medien über Vorfälle berichtet, bei denen friedliche Bürger in der Öffentlichkeit angegriffen und schwer verletzt, manchmal sogar getötet, werden. Theoretisch kann jeder in so eine Situation geraten, sei es beim Joggen im Park oder an einer Haltestelle mitten in der Stadt. Deswegen führen viele zur Mittel zur Selbstverteidigung mit sich. Als Alternative zum Pfefferspray wird Pfeffergel immer beliebter.

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Was ist Pfeffergel?

Pfeffergel ist ein Reizstoff auf der Basis von Oleoresin Capsicum, einem Wirkstoff, der aus Pflanzen der Gattung Chilis bzw. Paprika hergestellt wird. Das Pfeffergel wird mit einem so genannten Reizstoffsprühgerät (RSG) eingesetzt. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Spraydose. Im Unterschied zum Pfefferspray, das als Aerosol angewendet wird, benutzt ein Gerät für Pfeffergel eine Trägersubstanz auf Gel-Basis. In dieser ist der Wirkstoff OC in einer Konzentration von ungefähr 10 Prozent enthalten.

Wie wirkt sich OC aus?

Die stärkste Wirkung hat OC auf die Augen. Dort bewirkt es sofort einen brennenden Schmerz und führt zum vorübergehenden Verlust der Sehkraft. Die Schleimhäute schwellen an und die Augenlider schließen sich. Da die Bindehaut gereizt wird, setzt ein heftiger Tränenfluss ein Die Wirkung hält für etwa 5 – 10 Minuten an. Bei Trägern von Kontaktlinsen kann sie jedoch noch länger dauern, weil sich zwischen Kontaktlinse und Hornhaut des Auges Rückstände von OC sammeln können.

Kommt OC in Kontakt mit der Haut, fängt die betroffene Stelle sofort an zu jucken und zu brennen. Der Körper schüttet das Hormon Histamin aus. Das führt zu einer Rötung der Haut, der Bildung von Quaddeln und Schwellungen im Bereich der Kontaktzone. Die Wirkung hält 15 – 45 Minuten lang an, unter Umständen auch bis zu 2 Tagen.

Der Reizstoff Oleoresin Capsicum beeinträchtigt auch die Atmung. Er löst heftige Hustenanfälle und Atemnot aus. Das Bronchialsystem wird in seiner Funktion beeinträchtigt und es kann zum Stimmritzenkrampf kommen. Bei bereits vorhandenen Herz-Kreislaufstörungen kann es zu massiven Problemen kommen.

Die Gesamtheit aller körperlichen Reaktionen kann unter Umständen Panik und eine Fluchtreaktion auslösen. Jedoch ist auch das Gegenteil möglich und der Einsatz kann aggressives Verhalten noch verstärken.

Wie gefährlich ist Pfeffergel?

Das hängt ganz von den jeweiligen Umständen ab. Wird der Reizstoff in geschlossenen Räumen eingesetzt, wird die Wirkung verstärkt und kann länger anhalten. In der Regel sollten die durch Pfeffergel verursachten Beschwerden, nach spätestens 2 Stunden abgeklungen sein. Sollten sie länger anhalten, muss man unbedingt ein Arzt aufsuchen. Im Allgemeinen gilt Pfeffergel als harmlos. Das körperliche Wohlbefinden wird nur vorübergehend und kurzzeitig beeinträchtigt. Andererseits gibt es immer wieder Berichte, vor allem aus den USA. In denen wird belegt, dass es durch den Einsatz von Pfefferspray/-gel zu Todesfällen kam. Asthmatiker, Personen mit Herz-Kreislaufproblemen oder auch Menschen unter dem Einfluss von Drogen sind dabei besonders gefährdet, weil sie empfindlicher reagieren.

Was tun gegen die Auswirkungen von Pfeffergel?

Es gibt zwar im Handel eine ganze Reihe von Gegenmitteln, Experten raten aber von deren Einsatz ab. Unter Umständen können sie die körperlichen Reaktionen sogar noch verstärken bzw. verlängern. Am besten hat sich immer noch fließendes kaltes Wasser bewährt, mit dem die betroffenen Körperteile gründlich gespült werden müssen. Das kalte Wasser hat gleich einen doppelten Effekt. Zuerst wäscht es den Reizstoff von der Haut ab. Gleichzeitig führt die Kälte dazu, dass sich die Poren und Blutgefäße in der Haut schließen. Dadurch kann weniger Reizstoff durch die Haut in den Körper gelangen. Zum Auswaschen darf kein stehendes Wasser, zum Beispiel aus einem Eimer oder einer Schüssel, benutzt werden. Der Wirkstoff reichert sich darin an und macht den reinigenden Effekt zunichte.

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Welche Vorteile hat Pfeffergel?

Wie auch Pfefferspray ist das Gel eine Distanzwaffe, bei deren Anwendung man einen Angreifer aus einer Entfernung von mehreren Metern (1,5 – 5 m) abwehren kann. Es ist kein körperlicher Kontakt zum Angreifer notwendig. Dadurch kann Pfeffergel auch von Personen eingesetzt werden, die keine Erfahrung im Kampfsport haben.

Im Gegensatz zu Pfefferspray versprüht Pfeffergel einen zielgerichteten Strahl. Dadurch erkennt man besser, ob und wo der Angreifer getroffen wurde. Zudem ist das Gel weniger diffus als Pfefferspray. Wird Letzteres in einem geschlossenen Raum eingesetzt, kann dieser erst nach mehrstündigen, intensiven Lüften wieder genutzt werden. Im Freien kann es beim Einsatz von Pfefferspray vorkommen, dass der Anwender durch den Wind mit dem Reizstoff in Kontakt kommt und sich im Extremfall selbst außer Gefecht setzt. Diese Gefahr besteht beim Pfeffergel dagegen kaum.

Die Nachteile von Pfeffergel

Der markanteste Nachteil ist der deutlich höhere Preis. Pfeffergel ist im Durchschnitt bis zu fünfmal teurer als eine vergleichbare Spraydose mit Pfefferspray. Seine zielgerichtete Anwendung ist nicht nur ein Vorteil, sondern zugleich auch ein Nachteil. Damit Pfeffergel seine Wirkung entfalten kann, muss der Angreifer erst einmal getroffen werden. Besonders untrainierte Personen sind in einer Gefahrensituation meistens sehr aufgeregt und zielen leicht daneben. Das ist bei Pfefferspray nicht so schlimm, da es sich in Form einer Wolke verbreitet. Wird dagegen mit Pfeffergel kein Treffer erzielt, kann der Anwender überwältigt und der Reizstoff gegen ihn selbst eingesetzt werden.

Wie sieht die rechtliche Situation in Deutschland aus?

Seit dem Jahr 2000 dürfen die Polizei und Beamte im Strafvollzug Pfefferspray als unmittelbares Zwangsmittel einsetzen, da es weniger drastisch wirkt als Schlagstöcke oder gar Schusswaffen. Das Pfefferspray hat inzwischen das bis dahin verwendete CS Gas fast vollständig abgelöst, da OC zuverlässiger wirkt.

Privatpersonen dürfen Pfeffergel nur zur Abwehr von Tierangriffen anwenden. Deswegen wird es im Handel auch nur als Tierabwehrspray verkauft. Der Einsatz gegen Menschen ist nicht zulässig und erfüllt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung (gefährlich deswegen, weil die Körperverletzung mit einer Waffe begangen wird).

Wird es als Tierabwehrspray gekauft, darf Pfeffergel jedoch ohne Genehmigung mitgeführt werden. Eine Ausnahme bilden öffentliche Versammlungen. Bei diesen Anlässen dürfen weder Pfefferspray noch Pfeffergel mitgebracht werden. Die Beschränkung ist in Kraft, weil der Wirkstoff OC keine Zulassung durch das Waffengesetz hat. Das liegt daran, dass seine Unschädlichkeit nicht in Tierversuchen nachgewiesen werden kann. Das neue, verschärfte Tierschutzgesetz verbietet die Durchführung solcher Versuche und verhindert damit indirekt die Zulassung von OC.

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Darf Pfeffergel nun eingesetzt werden oder nicht?

Im Allgemeinen ist der Einsatz für Privatpersonen nicht erlaubt. Es gibt jedoch Ausnahmen. Zum Beispiel wenn in einer akuten Gefahrensituation das eigene Leben oder das von anderen in Gefahr ist. Hier kann man jedes Mittel einsetzen, um die Gefahr abzuwenden. Darunter fällt auch Pfeffergel oder Pfefferspray. Notwehr oder ein anderer schwerwiegender Rechtfertigungsgrund setzt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung außer Kraft.

Touristen sollten beachten, dass in vielen europäischen Ländern selbst das Mitführen von Pfefferspray und Pfeffergel verboten sind. In anderen Staaten ist eine Waffenbesitzerlaubnis erforderlich. In der Regel ist es besser, das Pfeffergel bei Auslandsreisen zu Hause zu lassen. Wer es unbedingt mitnehmen möchte, muss sich vor der Einreise über die gesetzlichen Bestimmungen des Reiselandes informieren.

Pfeffergel richtig anwenden

Wer Pfeffergel kauft, muss im Ernstfall auch bereit sein, es zu benutzen. Daher sollten Nutzer sich zunächst mit der Anwendung vertraut machen. Am besten geschieht das in einem Kurs für Selbstverteidigung. Zumindest empfiehlt es sich aber, mit dem Pfefferspray in einen Wald zu gehen und dort an einem windstillen Tag den Einsatz zu üben. Bei dieser Gelegenheit kann man ermitteln, wie viel Druck man benötigt, um das Pfeffergel zu versprühen und wie weit der Strahl reicht.

Mittels einer kleinen Markierung an einem Baumstamm kann auch der zielgenaue Einsatz geübt werden. Wird das Pfeffergel mitgeführt, muss es stets griffbereit sein. Meist treten Gefahrensituationen plötzlich auf. Dann nützt es wenig, wenn das Pfeffergel auf dem Boden der Handtasche tief unter anderen Dingen vergraben ist oder beim Joggen nutzlos im Handschuhfach des Wagens liegt.

Der Einsatz von Pfeffergel will gut überlegt werden. So lange es möglich ist, stellt Flucht die bessere Alternative dar. Diese Verteidigungswaffe sollte man nur benutzen, wenn es nicht anders möglich ist, einen Angriff zu stoppen. Wenn dies der Fall ist, dann sollte man jedoch mit dem Einsatz auch nicht zu lange zögern. Kommt der Angreifer in Reichweite, kann er zum Beispiel dem Verteidiger die Sprühdose einfach aus der Hand reißen oder schlagen. Besser ist es, das Sprühgerät aus der Entfernung zu benutzen, um den Angreifer auf Abstand zu halten.

Bei der Anwendung ist es besser, auf den Oberkörper zu zielen anstatt auf das Gesicht. Der Kopf ist ein zu kleines Ziel, das einfach weggedreht werden kann. Besser ist der Oberkörper. Er ist größer, weniger beweglich, größer und dadurch leichter zu treffen. Das Pfeffergel entfaltet dort ebenfalls seine Wirkung durch Verdunstung des Reizstoffes.

Für wen eignet sich Pfeffergel und wo wird es eingesetzt?

Für den Einsatz von Pfeffergel sind keine besonderen Voraussetzungen erforderlich. Alle können es benutzen, die ein Mittel zur Selbstverteidigung benötigen. Da es sich nicht so diffus verteilt wie Pfefferspray, kann man Pfeffergel auch in geschlossenen Räumen verwenden. Es eignet sich jedoch ebenso zum Einsatz im Freien, besonders an windigen Tagen, weil der starke Strahl weniger stark durch den Wind abgelenkt wird. Im Beitrag legale Selbstverteidigungswaffen, werden verschiedene Mittel zum Selbstschutz gegenübergestellt und verglichen.

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Was sollte man beim Kauf von Pfeffergel beachten?

Vor dem Kauf ist es ratsam, sich über das Produkt ausführlich zu informieren. In einem Fachgeschäft geschieht das durch den Verkäufer, in einem Onlineshop durch die Produktbeschreibung und die Meinungen anderer Käufer. Pfeffergel sollte man immer in einem namhaften Shop kaufen. Die Spraydose muss ein Prüfsiegel aufweisen. Wichtig ist die Größe des Behälters. Kleine Dosen werden manchmal als Lippenstift getarnt, sind aber nach 1-2 Sprühstößen bereits leer.

Die Dose muss schon mindestens 50 ml Inhalt haben, um damit 3- 5 Sprühstöße abgeben zu können. Der Griff mit dem Auslöser muss groß genug sein, damit man ihn fest und sicher halten kann. Er muss gegen versehentliches Auslösen gesichert sein, damit sich das Pfeffergel nicht plötzlich in der Handtasche oder im Handschuhfach entlädt und unter Umständen einen Unfall verursacht.

Fazit

Pfeffergel ist eine gute Alternative zu Pfefferspray. Es enthält denselben Wirkstoff, kann jedoch viel zielgerichteter eingesetzt werden. Wer Pfeffergel kaufen möchte, sollte sich vorher mit den gesetzlichen Bestimmungen vertraut machen. In einer Gefahrensituation, darf man nicht zu lange zögern und sollte das Pfeffergel schnell einsetzen. Es ist als Distanzwaffe zur Selbstverteidigung gedacht und soll dem Benutzer ermöglichen, sich vor dem Angreifer in Sicherheit zu bringen. Dabei ist es empfehlenswert, sich vorher mit dem Pfeffergel und dem entsprechenden Reizstoffsprühgerät vertraut zu machen.

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