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Die Geschichte der Ninjas: Heute so beliebt, wie vor 1200 Jahren

Fällt heutzutage der Begriff „Ninja“, setzt sich bei den meisten Menschen sofort das Kopfkino in Gang. Jeder, selbst Kinder, kennen die berühmten Schattenkrieger aus Japan, die heute vielleicht noch bekannter als die Samurai sind. Kein Wunder, dass Ninjas derart beliebt sind und dass heute Spiele, Kinofilme, Spielzeug und natürlich die Kampfsportart der Shinobi, Erwachsene und Kinder gleichsam begeistert und fasziniert.

Ninja in der Heian-Periode von 794 bis 1192 n. Chr.

Ninjas und Kunoichi (die weibliche Variante) entwickelten sich im mittelalterlichen Japan aus einem eigentlich friedlichen buddhistischen Orden in der der Heian-Periode, die von 794 bis 1192 n. Chr. andauerte. Die Existenz des Ordens wurde bedroht, sodass die Shinobi gezwungen wurden, sich zu verteidigen. Dies konnte jedoch nicht öffentlich geschehen.

Die Krieger aus der Iga und Koga Region waren den Kriegstruppen der Fürsten zahlenmäßig weit unterlegen. Die Ninja konnten keine reguläre Armee zusammenstellen, wie dies beispielsweise die Samurai taten, die für den Fürsten kämpften und deshalb die Widersacher der Ninja waren. Deshalb mussten die Shinobi im verborgenen Krieg führen, was dazu führte, dass aus den friedlichen buddhistischen Familien Partisanenkämpfer und Meuchelmörder wurden, die im Geheimen operierten.

So wird die Geschichte der Ninja zumindest vermutet, denn die genauen Umstände, die zur Entwicklung der Schattenkrieger beitrugen, liegen etwas im Dunkeln, was daran liegt, dass die Kampfkunst des Ninjutsu über Jahrhunderte geheim gehalten wurde. Die Historie der Ninja stützt sich hauptsächlich auf mündliche Überlieferungen.

Es entwickelten sich die Iga und Koga Traditionen, die von Generation zu Generation weitergereicht wurden. Zudem setzte ein wahrer Boom ein. Zu Hochzeiten der Ninjas im japanischen Mittelalter soll es über 70 Ryus (Ninjutsu Schulen) in der Iga und Koga Region gegeben haben. Dies mag damit zusammenhängen, dass sich die Fähigkeiten der Ninja-Krieger herumgesprochen hatten.

Die Regierung und auch einzelne Fürsten begannen damit, sich die Kenntnisse der Schattenkrieger zunutze zu machen. Ninjas wurden nun für deren Kriegsführung angeheuert. Hauptsächlich zu Spionagezwecken, aber auch für verdeckte Kampfeinsätze. Späterhin waren die Ninja Schulen in ganz Japan verteilt.

Waren die Ninjas den Samurai überlegen?

Ninja vs. Samurai

Ninja vs. Samurai

Die Samurai waren Adlige, die einen Ehrenkodex befolgen mussten. Der Samurai war gezwungen zu gewinnen, um seine Ehre zu verteidigen. Es war verpönt im Geheimen zu operieren. Als ehrenhaft galt der Kampf von Mann zu Mann.

Ein Ninja unterlag diesem Ehrenkodex nicht, weshalb er von den Samurai auch nicht geachtet wurde. Der Ninja konnte sich somit ganz auf den Kampf konzentrieren, ohne Regeln oder gesellschaftliche Verpflichtungen einhalten zu müssen.

Im 19. Jahrhundert begann der Niedergang der Ninja

In der Meiji-Periode, die von 1868-1912 andauerte, wurde der rückständige Feudalstaat in eine moderne Großmacht umgewandelt. Die Dienste der Warrior waren nicht mehr sonderlich gefragt. Die meisten Schulen wurden geschlossen. Überlebt haben letztlich nur neun Ryu, von denen nur drei Schulen als originale Ninja Schulen zu bezeichnen sind.

Die einstige Kriegskunst wurde immer mehr zu der Sportart Ninjutsu umfunktioniert. Im 20. Jahrhundert gab es nur noch einen einzigen echten Großmeister der Ninja, den 33. Großmeister Takamatsu Toshitsugu.

Die Geschichte von Takamatsu Toshitsugu und seinem Schüler Dr. Masaaki Hatsumi

Der Großmeister Takamatsu Toshitsugu hielt sich viele Jahre in China auf. Er diente als Bodyguard am chinesischen Hof, wo er viele Auseinandersetzungen für sich entscheiden konnte. 1912 kehrte er nach Japan zurück und eröffnete dort eine Kampfkunstschule, in der er viele Schüler unterrichtete.

Einer der Schüler, Dr. Masaaki Hatsumi, war in der Anwendung des Ninjutsu besonders begabt. Als Toshitsugu 1972 verstarb, wurde Hatsumi sein Nachfolger und zum 44. Großmeister der Ninja gekürt. Dr. Masaaki Hatsumi ist heute weit über 80 Jahre alt und übt die Kriegskunst der Ninja heute noch aus.

Dr. Masaaki Hatsumi verbreitete die Kampfkunst der Ninja weltweit

Er unterrichtete so berühmte Ninja-Lehrer wie beispielsweise den Amerikaner Stephen Hayes und den Israeli Doron Navon, die ihrerseits Schüler aus der ganzen Welt ausbildeten. Es wurden sehr viele Ninjutsu Organisationen weltweit gegründet, wovon die bekannteste die „Shadows of Iga“ von Stephen Hayes ist. Zur Verbreitung trugen auch dessen Bücher über Ninjutsu bei. Beispielsweise die Buchreihe „Die Lehre der Schattenkämpfer“.

Mitte der 80’er Jahre entstand um die Kampfkunst der Ninja ein regelrechter weltweiter Boom

Die Menschen waren fasziniert von den Ninjas, die scheinbar über übernatürliche Kräfte verfügten. Sie konnten scheinbar aus dem Nichts auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden oder sich unsichtbar machen. Mittlerweile zeigte auch Hollywood und andere Filmstudios großes Interesse an den Ninja, sodass in dieser Zeit viele Filme, auch Kinofilme gedreht wurden, die den Ninja oft als übernatürliches Wesen stilisierten und die nicht immer realistisch waren.

Es gibt aus dieser Zeit aber auch wirklich gute Ninja Filme, die die Eigenschaften eines Schattenkriegers, dessen Kampfkünste und auch Waffen, wie beispielsweise das berühmte Schwert der Ninja oder den Shuriken, treffend wiedergaben.

Zu den bekanntesten Filmen dieser Ära zählten Actionfilme wie „Ninja, die Killermaschine“, „Die Rückkehr der Ninja“, „Die 1000 Augen der Ninja“ oder auch „American Fighter“ mit dem Schauspieler Michael Dudikoff . Ebenso wurde eine 13 teilige Actionserie für das Fernsehen produziert, die unter dem Titel „Ninja – The Master“ auch hierzulande bekannt wurde.

Der Weg der Ninja in das 21. Jahrhundert

In den 1990er Jahren wurde es wieder etwas ruhiger um die Ninja. Am Leben gehalten wurden die Schattenkrieger durch die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ Comicverfilmungen und in dem Videospiel Ninja Gaiden.

Erst 2009 setzte ein neuer Boom um die Schattenkrieger ein, der bis heute ungebrochen anhält. Filme, die in dieser Zeit entstanden, sind beispielsweise der Streifen „Ninja Assassin“, der 2009 in den USA produziert wurde und in dem es um einen Jungen geht, der heimatlos ist und der letztlich eine Bleibe bei einem gefürchteten und unerbittlichen Ninjaclan findet.

So wurden die Ninjas bei den jüngeren Generationen bekannt und beliebt

Teenage Mutant Ninja Turtles

Schon die Comicverfilmungen der „Teenage Mutant Ninja Turtles“ spielten sich in die Herzen der Kinder. Als die Comicverfilmung jedoch im Jahr 2014 in einem Hollywoodstreifen verfilmt wurde, gab es bei Kindern, Jugendlichen und bei vielen Erwachsenen kein Halten mehr. Ninjutsu erfreute sich einer ungeahnten Popularität, die bis heute nicht gebrochen ist.

In dem Film handelt es sich um einen Meister mit seinen Schülern, die auch gleichzeitig seine Adoptivsöhne sind. Sie leben in der Kanalisation von New York City und kämpfen gegen den Foot Clan, dessen Meister ein gewisser Schröder ist. Was den Film gerade für Kinder so interessant macht, ist, dass es sich bei den Protagonisten nicht um Menschen, sondern um Tiere handelt.

Der alte Meister ist eine Ratte und seine Söhne sind Schildkröten, die leidenschaftliche Ninja-Kämpfer sind und ebenso leidenschaftlich Pizza essen. Bei Schröder und dem Foot Clan handelt es sich jedoch um Menschen. Genauer gesagt sind alle anderen Schauspieler menschlicher Natur. Dass es sich bei dem alten Meister und seinen Söhnen, den Turtles, um Tiere handelt, liegt daran, dass diese Mutanten sind.

Im Jahr 2016 kam die Fortsetzung „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ in die Kinos. Wieder handelte es sich um einen phänomenalen Kassenschlager, der Rekordeinnahmen einspielte.

Ninja Spielfiguren für Kinder

Der Bedarf der Kinder, sich mit den Ninjas ausgiebig zu beschäftigen und die Szene aus den Filmen „Teenage Mutant NinjaTurtles 1 und zwei nachzuspielen wird mehr als befriedigt. Es werden Actionfiguren der beliebtesten Protagonisten verkauft.

Das Unternehmen LEGO ist ebenfalls auf den „Ninja-Zug“ aufgesprungen und stellt die Spielzeugserie „Ninjago“ her, die auf einer Anime-Action-Serie mit dem gleichnamigen Titel basiert. LEGO stellt aber nicht nur Actionfiguren her, sondern vertreibt beispielsweise auch Ninjago Comics, Minibücher, Suchbilderhefte und andere Spielzeug unter dem Markennamen „Ninjago“.

Interessante Lektüre für Ninja Freunde jeden Alters

Für Kinder sind beispielsweise Bücher wie „Meine Oma ist ein Ninja“, „Meine Abenteuer als Schul-Ninja“ geschrieben. Manga Freunde, was meist eher schon ältere Kinder oder Jugendliche sind, freuen sich beispielsweise über „Naruto Itachi Shinden – Buch des strahlenden Lichts„.

Erwachsene lesen eher Taschenbücher wie „Ninja Geheimnisse der Unsichtbarkeit“ oder Kampfsportbücher über Ninjutsu, wie „Der Weg des Ninja: Geheime Techniken“, „Schattendrache: Geheimnisse der Ninja-Magie“ oder „Die Lehre der Schattenkämpfer“, die klassische Buchserie aus dem Jahr 1999, die von oben erwähntem „Neuzeit Ninja“ Stephen K. Hayes geschrieben und illustriert wurde.

Ninja Waffen: Von Waffensammlern aus aller Welt begehrt

Ein Teil der Waffen, welche von einem Ninja üblicherweise benutzt wird, wird heutzutage in jedem Waffenladen verkauft. Auch die Shops im Internet bieten die unterschiedlichsten Ninja Waffen an. Manche Waffen sind begehrte Sammlerstücke, andere wiederum sind Massenware. Eines haben jedoch alle diese Waffen gemeinsam. Zum echten Kampf taugen sie meistens nicht. Sie dienen eher als Dekoration.

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