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Muhammad Ali – Leben und Tod einer Boxlegende

Muhammad Ali war bereits vor seinem Tod eine der größten Legenden des Sports und gilt allgemein insbesondere seit den historischen Boxduellen mit George Foreman sowie Joe Frazier als der beste Heavyweight Champion aller Zeiten. Nach der aktiven Karriere blieb Ali durch den Kampf gegen Parkinson in den Schlagzeilen.

Jugend und Aufstieg zum Boxweltmeister

Am 17. Januar 1942 kam Muhammad Ali als Cassius Marcellus Clay junior in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky zur Welt. Er wuchs in Armut auf und begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Boxtraining. Vier Jahre später entschloss Muhammad Ali sich dazu, seine Schulausbildung abzubrechen und stattdessen eine professionelle Karriere als Boxer anzustreben. Daraufhin sicherte er sich alle bedeutenden Amateurtitel der Vereinigten Staaten, ehe Ali 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom im Halbschwergewicht die Goldmedaille gewann. Nachdem er als Olympiasieger den bedeutendsten Amateurtitel errungen hatte, bestritt Muhammad Ali in demselben Jahr bereits Profikämpfe.

Er entschied seine ersten 19 Boxkämpfe im Profisport ausnahmslos für sich und wurde dadurch 1964 zum Herausforderer des Heavyweight Champions Sonny Liston. Als Liston am 25. Februar 1964 in der sechsten Runde verletzt aufgab, war Muhammad Ali der neue Weltmeister der Verbände WBA und WBC. Weil Ali mit Liston einen Vertrag mit einer Rückkampf-Klausel abgeschlossen hatte, verlor er den WBA-Gürtel am grünen Tisch. Daraufhin verteidigte Muhammad Ali die WBC-Weltmeisterschaft, indem er das zweite Duell mit Sonny Listen schon in der ersten Runde per Knockout vorzeitig für sich entschied. Nach sieben erfolgreichen WBC-Titelverteidigungen holte Ali sich 1967 bei einer Titelvereinigung gegen Ernie Terrell den Titel des WBA-Weltmeisters zurück.

Karriereknick aus politischen Gründen: Vereinigte Staaten und Muhammad Ali

Im Anschluss an die erfolgreiche Verteidigung seiner beiden WM-Gürtel gegen Zora Folley kam es für Muhammad Ali aus politischen Gründen zu einem Karriereknick. Ali stand dem Thema „Vereinigte Staaten“ unter anderem wegen der fehlenden Gleichberechtigung für Afroamerikaner und seiner Bekennung zur Nation of Islam, bei der er 1964 als Weltmeister den Namen Muhammad Ali annahm, zum Teil kritisch gegenüber. Darum weigerte er sich drei Jahre später, seinen Wehrdienst anzutreten. Durch diese Straftat, für die Muhammad Ali zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, verlor er seine WM-Titel ebenso wie die erforderliche Boxlizenz. Obwohl er die Haftstrafe nie tatsächlich antreten musste, durfte Ali bis 1970 in keinem offiziellen Profikampf antreten. Zwischenzeitlich war Joe Frazier Weltmeister der WBA und WBC geworden.

Im dritten Kampf seit seinem Comeback verlor Muhammad Ali 1971 gegen Frazier am Ende von 15 Runden nach Punkten. Wegen der überragenden boxerischen Leistungen von Ali und Joe Frazier ging dieser Titelkampf als „Fight of the Century“ in die Boxgeschichte ein. Zwei Jahre später musste Muhammad Ali durch eine umstrittene Mehrheitsentscheidung im Duell mit Ken Norton zum zweiten Mal eine Punktniederlage hinnehmen, bevor er den unmittelbaren Rückkampf wiederum für sich entschied. Im Juli 1974 nutzte Ali daraufhin die Chance auf eine erfolgreiche Revanche gegen Joe Frazier.

Muhammad Ali’s legendäres Duell mit George Foreman

Nach seinem ersten Sieg im Duell mit Frazier galt Muhammad Ali 1974 als unumstrittener Herausforderer des ungeschlagenen Weltmeisters George Foreman. Dennoch erwartet damals niemand, dass der „Rumble in the Jungle“ als der legendärste Kampf aller Zeiten in die Boxgeschichte eingehen würde. Denn George Foreman hatte im Verlauf seiner Siegesserie die ersten 40 Gegner fast immer im Verlauf der ersten Runden durch einen Knockout bezwungen und war deshalb in den Augen der meisten Boxfans unbesiegbar. Darüber hinaus war Muhammad Ali sieben Jahre älter als der damalige Heavyweight Champion. Renommierte Experten erklärten im Fernsehen, dass Ali von George Foreman voraussichtlich sehr schnell vernichtend geschlagen würde. Ein Teil der Presse erwartete sogar das bevorstehende Ende der Karriere von Muhammad Ali.

Kampf findet statt in Zaire, Afrika

Der Box-Promoter Don King organisierte den Kampf zwischen Ali und Foreman, der wegen der entfallenden Steuerpflicht in der Hauptstadt Kinshasa im zentralafrikanischen Staat Zaire stattfand. Für die Finanzierung des „Rumble in the Jungle“ kam vor allem der dortige Diktator Mobutu Sese Seko auf. Weil George F. sich kurz vor dem zunächst für den 25. September 1974 angesetzten Duell mit Muhammad Ali verletzte, musste der Kampf um fünf Wochen verschoben werden. Ali blieb während der Wartezeit in Zaire und sicherte sich mit seinem kontaktfreudigen Verhalten die Unterstützung des Publikums. Außerdem provozierte Muhammad Ali George Foreman in diesem Zeitraum durch aggressive Ankündigungen in Interviews. Dabei versprach er, den amtierenden Weltmeister mit Intelligenz und Schnelligkeit zu entthronen.

Details des Boxkampfes

Am 30. Oktober 1974 stiegen Muhammad Ali und George Foreman schließlich tatsächlich in den Ring. Nachdem Ali zunächst mit einem sehr aggressiven Kampfstil relativ erfolglos blieb, setzte er ab der dritten Runde auf eine revolutionäre Taktik. Muhammad ließ sich von George absichtlich in die Nähe der Seile drängen und lehnte den Oberkörper nach hinten, um Kopftreffer zu verhindern. Seinen Brustkorb schützte Muhammad Ali wiederum ununterbrochen mit beiden Unterarmen. Ali profitierte davon, dass die ziemlich locker gespannten Seile des Rings Foremans Schläge abfederten. Währenddessen sprach Muhammad Ali den Titelverteidiger ständig an und machte sich über die scheinbare Wirkungslosigkeit von Foremans Körpertreffern lustig. Weil George Foreman auf die Provokationen einging, ging die „Rope-a-Dope“ Taktik, von der Muhammad’s Trainer eigentlich abgeraten hatte, langsam auf. Obwohl die Kampfrichter versuchten, die Seile stärker zu spannen, zeigte sich Ali mit einer überragenden Fitness nach zahllosen Treffern weiterhin unbeeindruckt und wich mit seinem Kopf den Schlägen fast immer erfolgreich aus.

Aggressiver Kampfstil

George Foreman erweckte hingegen aufgrund seines aggressiven Kampfstils früh einen erschöpften Eindruck. Darum setzte sich Muhammad Ali immer häufiger mit Kontern und wirkungsvollen Schlagkombinationen in Szene. Am Ende der fünften Runde wurde er von Ali erstmals mit voller Wucht am Kopf getroffen. Aus der Sicht zahlreicher Boxexperten war dieser Wirkungstreffer beim „Rumble in the Jungle“ der entscheidende Schlüsselmoment. Denn Foreman schien insbesondere psychisch darunter zu leiden, dass er am Ende der Boxrunden härtere Treffer einstecken musste, nachdem Muhammad Ali sich zuvor jeweils freiwillig unbeeindruckt verprügeln ließ. In der letzten Minute der achten Runde kam es dann zur vorzeitigen Entscheidung. Bei einer blitzschnellen Kombination versetzte Ali ihm insgesamt neun Kopftreffer. Der letzte Schlag traf Foremans Schläfe. Dieser taumelte zu Boden und konnte sich innerhalb von zehn Sekunden nicht mehr ausreichend aufrichteten. Durch diesen legendären Knockout war Muhammad Ali nach sieben Jahren wieder Weltmeister der Verbände WBC und WBA.

Zweiter Triumph gegen Frazier und Karriereende

Im Anschluss an sein gelungenes Comeback als erneuter Heavyweight Champion setzte sich Muhammad Ali insbesondere über die Medien erneut mit seinem alten Boxer Rivalen Joe Frazier auseinander. Frazier wurde von Ali stets erfolgreich provoziert und ließ sich deshalb bereits 1974 zu einer live im Fernsehen übertragenen Schlägerei hinreißen. Am 1. Oktober 1975 kam es daher auf den Philippinen zum dritten und letzten Duell der lebenden Legenden.

Diese Auseinandersetzung ist als „Thrilla in Manila“ bekannt und gilt als einer der brutalsten und intensivsten Boxkämpfe aller Zeiten. Nach 14 Runden, in denen Muhammad Ali und Joe Frazier unzählige Schläge einsteckten, war Fraziers Trainer um die Gesundheit seines Schützlings besorgt und beendete den Kampf durch Aufgabe. Wenige Minuten später brach Ali selbst wegen der Hitze und den schweren Treffern seines Gegners zusammen. In den folgenden Jahren verteidigte Muhammad Ali die Weltmeister-Gürtel der WBA und des WBC, ehe Leon Spinks ihn im Februar 1978 per Mehrheitsentscheidung entthronte. Ali holte sich den WBA-Titel im folgenden Rückkampf durch eine einstimmige Entscheidung der Kampfrichter zum letzten Mal zurück. Im Anschluss an eine Aufgabe beim Titelverteidigungskampf gegen Larry Holmes und einer Punktniederlage im Duell mit Trevor Berbick endete Alis aktive Boxkarriere.

Parkinson-Erkrankung und Tod

Als Muhammad Ali noch während seiner Zeit als aktiver Sportler erste Symptome zeigte, wusste niemand, dass er an Parkinson erkrankt war. Bevor er seinen Weltmeister-Titel endgültig verlor, bemerkten einige Weggefährten bereits eine Einschränkung von Alis Sprechfähigkeit. Als Muhammad Ali 1981 zum letzten Mal im Boxring stand, schien er wegen der Erkrankung auch seine Fäuste nicht mehr optimal zu bewegen. Trotzdem ahnte er zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Erst 1984 wurde durch die Diagnose der Ärzte bekannt, dass Muhammad Ali tatsächlich an Parkinson erkrankt war. Darum fühlten sich einige Forscher, die einen Zusammenhang zwischen schweren Treffern beim Boxen und der Krankheit sehen, bestätigt. Auch im 21. Jahrhundert ist allerdings immer noch umstritten, ob das Boxen wirklich ein Auslöser für Alis Parkinson-Erkrankung war.

Trotz Krankheit ein Vorbild

Muhammad Ali 2006

Muhammad Ali, 2006 © siehe unten

Die Berichterstattung über Muhammad Ali wurde in den folgenden Jahren von diesen gesundheitlichen Problemen geprägt. Weil die Krankheit, eine der größten Sportlegenden aller Zeiten körperlich immer geschwächter auftreten ließ, interessierte sich die Öffentlichkeit ununterbrochen für Alis Schicksal. Somit trug Muhammad Ali entscheidend dazu bei, dass das Parkinsonsyndrom international Bekanntheit erlangte. Dementsprechend wurden aufgrund des prominenten Falls auch viel mehr finanzielle Mittel in die Parkinson-Forschung investiert. Muhammad Ali zog sich trotz seiner gesundheitlichen Probleme nicht aus dem öffentlichen Leben zurück und blieb vor allem politisch sehr aktiv. Deshalb ist er für zahlreiche Menschen, die ebenfalls unter Parkinson leiden, ein Vorbild. Zudem engagierte Muhammad Ali sich persönlich dafür, dass generell bessere Therapiemöglichkeiten für Parkinson-Patienten entwickelt wurden. Alis geistige Fähigkeiten waren auch nach seinem 70. Geburtstag kaum beeinträchtigt. Dennoch begünstigte Parkinson die Entstehung einer Blutvergiftung, wegen der Muhammad Ali am 3. Juni 2016 in einer Klinik in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona im Alter von 74 Jahren verstarb. Sieben Tage später wurde der Ausnahmesportler in seiner Geburtsstadt Louisville beigesetzt. Der frühere US-Präsident Bill Clinton hielt die Trauerrede für Muhammad Ali. Darüber hinaus waren bei den Trauerfeierlichkeiten zahllose Boxlegenden und Staatsmänner aus der ganzen Welt anwesend.

Fazit: Weltweiter Heldenstatus und Inspiration für Kampfkünstler

Muhammad Ali wurde in den Vereinigten Staaten trotz seiner Wehrdienstverweigerung verehrt und genoss ebenso weltweit einen Heldenstatus. Außerdem inspirierte Ali mit seinem einzigartigen Kampfstil, der von seiner außerordentlichen Schnelligkeit und Beweglichkeit geprägt war, Kampfsportler innerhalb und außerhalb des Boxsports. Auch weil ihm ein damals unmöglich erscheinendes Comeback gelang und er zahllose Schläge einsteckte, gilt Muhammad Ali für die meisten Experten als der beste Boxer aller Zeiten. R.I.P.

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