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Mixed Martial Arts (MMA) – Der Trendkampfsport 2019?

Die faire, sportliche Auseinandersetzung zwischen zwei Personen fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Auf der ganzen Welt haben sich dazu zahlreiche unterschiedliche Kampftechniken und eigene Disziplinen entwickelt. Seit einigen Jahren hat sich aus einigen davon eine weitere Kampfsportart entwickelt, die schnell viele Anhänger gewinnen konnte – die Rede ist von MMA.

Die Mischung sorgt für Spannung

MMA ist die Abkürzung für Mixed Martial Arts. Dieser Begriff bedeutet in der deutschen Sprache so viel wie gemischte Kampfkünste. Der Sport setzt sich aus verschiedenen Arten von Kampfkünsten zusammen und verbindet ihre Eigenheiten. Während das Boxen eine Disziplin ist, die im Stehen ausgeübt wird, findet das Ringen eher am Boden statt. Beim MMA können Athleten aus beiden Bereichen gegeneinander antreten.

Im Gegensatz zum klassischen Boxen darf man im Mixed Martial Arts neben Faustschlägen auch Tritte, Ellenbogenschläge, Kniestöße und den Bodenkampf zur Bezwingung seines Gegners verwenden. Grundsätzlich gibt es nur recht wenige Einschränkungen durch Regeln. All das trägt dazu bei, dass die junge Disziplin sehr abwechslungsreich ist und zu seiner Popularität beiträgt. Bei einem Blick auf die Geschichte zeigt sich allerdings, dass die Idee nicht neu ist. Auch in der Antike traten bereits Athleten unterschiedlicher Kampfkünste gegeneinander an. In unserer heutigen Zeit scheint das Interesse daran wieder neu aufgeflammt zu sein, herauszufinden, welche Disziplin am Ende die Überlegene sein könnte.

MMA trotz Kritik im Trend

Die spannungsgeladene Mischung und die Härte der Kämpfe haben schnell viele Anhänger gefunden. Für das Publikum waren die Veranstaltungen wie die Turniere der M-1 Global Challenge oder im Rahmen des German MMA Championship (GMC) von Beginn an erfolgreich und somit gut besucht.

Dabei gab es immer auch Kritik an dem gnadenlosen Sport. Vor allem der Begriff „Free Fight“, der im Zusammenhang verschiedener Veranstaltungen auftaucht, legt nahe, dass hier ganz ohne Regeln gekämpft wird. Dabei gab es immer verschiedene Einschränkungen, die teilweise von den anderen Kampfsportarten übernommen wurden. Spätestens seit 2009 haben sich die International Rules of MMA sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich etabliert und sind bei organisierten Kämpfen und Veranstaltungen Standard. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Ein Kampf besteht aus fünf Runden à fünf Minuten Länge, unterbrochen durch jeweils eine Minute Pause.
  • Die Athleten schützen sich grundlegend, z.B. mit Mundschutz und passenden Bandagen für die Hände.
  • Die Einteilung der Kämpfer erfolgt in insgesamt neun Gewichtsklassen (von Fliegengewicht bis zum Superschwergewicht).
  • Für den Kampfbereich ist eine bestimmte Größe festgelegt. Er ist – anders als etwa beim „Boxring“ – durch einen Zaun abgetrennt.
  • Die Bewertung orientiert sich am 10-Punkte System und erfolgt durch drei Punktrichter.
  • Es gibt klar definierte Fouls, wie etwa Schläge auf den Hinterkopf und an den Hals oder das Knien auf dem Kopf eines liegenden Gegners und verschiedene Weitere als unsportlich eingestufte Attacken.

Quelle: stock.adobe.com @visoot

Die unterschiedlichen Kämpfe und Veranstaltungen werden von verschiedenen Verbänden organisiert. Jeder Verband hat seine eigenen Kämpfer. Diese dürfen meist nur in den Veranstaltungen ihres Verbandes antreten. Folgende Verbände sind besonders bekannt und erfolgreich:

  • Ultimate Fighting Championship (UFC)
  • Bellator MMA
  • Cage Warriors Fighting Championship
  • British Association of Mixed Martial Arts
  • M-1 Global
  • One Championship
  • Professional Fighters League

Besonders erfolgreich ist selbstverständlich die UFC. Jeder der sich in den letzten Jahren auch nur ein
wenig mit Kampfsport und deren News beschäftigt hat, kennt den Verband.

Wieso wird MMA immer beliebter?

Noch vor einigen Jahren war MMA als brutaler und gefährlicher Sport bekannt. Heute steigt die Anzahl der begeisterten Fans stetig an. Die Athleten werden als regelrechte Stars gefeiert und die verschiedenen Organisationen erfreuen sich an unglaublichen, finanziellen Erfolgen. Doch wie kam dieser Sprung zustande?

Nachdem damals lediglich eingefleischte Fans den Sport sahen, schafften die Kämpfer und die Verbände es nicht wirklich in den Mainstream. Besonders in den letzten Jahren hat sich der Name „UFC“ in die Köpfe der Kampfsportfans eingebrannt. Kämpfer wie Conor McGregor haben den Sport auch den Personen näher gebracht, die bis dato eigentlich nicht an Kampfsport interessiert waren.

Quelle: stock.adobe.com @Nestor

Doch wie genau schafften diese Sportler es, diese Personen umzustimmen und an die Bildschirme zu locken? Beliebte und kommerzielle Kämpfer sind in erster Linie nicht durch ihre Erfolge im Oktagon, sondern für ihre Persönlichkeit beliebt. Das spezielle und außergewöhnliche Auftreten amüsiert nicht nur die alten Fans, sondern sättigt auch den Mainstream-Markt. Nachdem McGregor anschließend auch im Boxsport gegen Floyd Mayweather, einen der besten Boxer der Welt kämpfte, war er nun weltweit bekannt und wurde allseits gefeiert.

Bewundert werden die Kämpfer vor allem auch durch ihre außerordentliche Fitness und ihre Vielseitigkeit. Obwohl viele von ihnen zunächst von einem anderen Kampfsport her zum MMA gekommen sind und diese Disziplin meist zu ihren Stärken zählt, können sie auch in den anderen Techniken überzeugen.

Gleichzeitig wird die Mischung der verschiedenen Kampfkünste auch immer mehr von Amateursportlern entdeckt. Hier ist es ebenfalls die Vielseitigkeit des Sports, der ihn zu einer beliebten Disziplin für ein umfassendes und effektives Training macht. Mit den Elementen vom Boxen, Ringen oder Muay Thai und Taekwondo lässt sich ein abwechslungsreiches und sehr funktionelles Workout zusammenstellen.

Wie kann ich in Deutschland MMA verfolgen?

Dass Mixed Martial Arts seinen Erfolg besonders in den USA verzeichnet, sollte keine Überraschung sein. Auch in Japan und in Russland ist der Sport bereits seit mehreren Jahren sehr beliebt. In Deutschland steckt MMA dagegen noch ziemlich in den Kinderschuhen. Doch mittlerweile hat sich auch hier eine große Community gebildet. Durch diesen Anstieg des öffentlichen Interesses bieten sich nun auch für Fans bessere Möglichkeiten die Kämpfe und Neuigkeiten des Sports zu verfolgen.

Ein großes Problem lag anfangs in der Ausstrahlung der Kämpfe. Kein deutscher Fernsehsender übertrug MMA-Kämpfe. Dank des Internets und den zahlreichen Streaming-Portalen öffnet sich für Fans nun eine unlimitierte Tür. Die meisten Veranstaltungen der UFC, Bellator und anderen Organisationen können gegen einen kleinen Aufpreis (Pay-per-View) gebucht und anschließend verfolgt werden. So bleibst du auch als deutscher Fan stets auf dem neuesten Stand.

Mittlerweile werden zahlreiche Begegnungen und Kämpfe beispielsweise über die Pay-TV-Sparte ran Fighting oder die Streaming-Portale DAZN und Magentasport übertragen. Einige Kämpfe sind im Free-TV etwa auf ProSieben MAXX zu sehen. Die UFC.tv-App zeigt ihre Events dort über den kostenpflichtigen UFC Fight Pass.

Vom großen Interesse zeugen auch die verschiedenen MMA-Live Events. Wer dazu ein Ticket ergattern möchte, muss sich stets beeilen, denn sie sind sehr schnell vergriffen. In zahlreichen Städten kann man die Athleten hautnah erleben:

  • Die „We love MMA“ Serie macht Station in verschiedenen Städten wie Hamburg, Berlin, München oder Stuttgart und vielen weiteren Orten.
  • Jährlich finden mehrere Events der GMC (German MMa Championship) statt.

Die Fight-Nights der UFC finden hauptsächlich im Ausland statt. Wer sich ein solch beeindruckendes Event dennoch einmal ansehen möchte, kann dies vielleicht mit einem Urlaub verbinden.

Wie geht es mit MMA weiter?

Ist Mixed Martial Arts lediglich ein andauernder Trend oder verlieren die Fans auch in den nächsten Jahren nicht das Interesse? So genau kann diese Frage wohl keiner beantworten. Nichtsdestotrotz kann man mit einer ansteigenden Erfolgskurve rechnen. Die Beliebtheit hat sich über die letzten Jahre so rapide gesteigert, dass es schwer fällt etwas anderes zu behaupten.

Vor allem die zahlreichen Streaming-Portale, Videoplattformen wie YouTube und durch die sozialen Netzwerke wird der Sport wohl so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Ob der Sport die beliebteste Kontaktsportdisziplin, das Boxen, vom Thron stoßen wird, wird die nächsten Jahre wohl eine unbeantwortete Frage sein.

Trotzdem hat sich MMA bereits in den Herzen und Köpfen vieler Menschen festgesetzt. Fans können sich also glücklich schätzen. Auf diese Weise wird das begeisterte Publikum auch in Zukunft noch viele spannende und mitreißende Kämpfe verfolgen können.

Bildnachweise (von oben nach unten): stock.adobe.com @daniil / stock.adobe.com @visoot / stock.adobe.com @Nestor