Skip to main content

Kampfkunst für Kinder und Jugendliche

Eine Einführung für Eltern warum Kampfkunst für Kinder wichtig ist. Kampfsport, Gewaltprävention und im speziellen Kampfkunstschulen, können einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung unserer Kinder leisten.

Ein Wort an die Eltern:

Gewalt an der Schule ist ein Thema, welches in den Medien gegenwärtig wieder häufig aufgegriffen wird. Viele Eltern glauben, dass ihre Kinder nicht davon betroffen sind – weder als Opfer noch als Täter. Dies ist oft ein Irrtum. Oft stehen die Verhaltensweisen der Kinder im elterlichen Umfeld im krassen Gegensatz zu deren Verhalten in der Schule. Der zuhause liebenswürdige, ausgeglichene Junge, der in der Schule zum Tyrannen seiner Klassenkameraden wird. Oder das aufgeweckte, lebenslustige Mädchen, welches in der Schule in die Rolle der einsamen, gepiesackten Außenseiterin gedrängt wird.

Die Zwickmühle des Kindes

Häufig merken die Eltern zu spät, dass etwas nicht stimmt. Nämlich dann, wenn die schulischen Leistungen aus unerklärbaren Gründen plötzlich abfallen. Manche Kinder werden immer verstockter und ihre Aktivitäten lassen nach. Das Kind steckt in einem Dilemma. Es kann sich nicht selbst gegen die Angriffe zur Wehr setzen. Des Weiteren steht es unter dem Gruppenzwang, nicht zu „petzen“. Tut es dies doch, dann verstößt es gegen ungeschriebene Gesetze und wird als Folge davon im Klassenverband isoliert. Sprich, alles wird noch schlimmer. Sicherlich muss man nicht in allen Fällen eingreifen, wenn Kinder sich untereinander mal „kabbeln“, das ist natürlich. Wenn ein Kind jedoch am Abend mit Tränen in den Augen zu Bettchen geht und die Eltern fragt: „Muss ich morgen wieder in die Schule?“ oder mit Verletzungen vom Schulunterricht nach Hause kommt, dann sind dies Symptome, die ein Eingreifen von dritter Seite her gebieten. Solche Situationen entstehen nicht urplötzlich ohne jegliche Vorzeichen. Sie haben eine Entwicklungsphase und eskalieren Schritt für Schritt in eine augenfällige Form der Gewalt.

Opfer-Schema

In der Regel entsprechen solche gegängelten Kinder einem speziellen Opfer-Schema, welches von den Tätern instinktiv erkannt wird. Es ist das körperlich unterlegene, unsportliche, pummelige, schüchterne Kind (nicht selten genügt eines dieser Attribute, um stigmatisiert zu werden) welches unter den Quälereien leiden muss. Auch das intelligente Kind kann als Streber denunziert werden und bekommt dann beim Schulsport seinen „Denkzettel“. Doch was tun, wenn Ihr Kind zum Opfer wird? Es von der Schule nehmen? Welche Schule bietet Schutz? In erster Linie ist es Aufgabe der Lehrkräfte, Auffälligkeiten zu erkennen und frühzeitig Grenzen aufzuzeigen und Übertritte zu ahnden. Mit den Kindern zu reden und sie gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme zu lehren, ist der beste Weg solche Situationen zu meistern und zu vermeiden. Lehrer und Eltern stehen hier gleichermaßen in der Pflicht. In einer Kung Fu Schule, welche Kampfkunst für Kinder unterrichtet, wird auf diese Opferrolle eingegangen. Durch die Auseinandersetzung wird beim Kind ein Bewusstsein geschaffen.

Selbstbewusstsein schulen

Eine weitere Möglichkeit, Ihr Kind vor Übergriffen zu schützen, ist die Schulung seines Selbstbewusstseins. Kampfkunst für Kinder leistet hier einen passenden Beitrag. Denn das Erlernen einer Kampfkunst ist sicherlich die adäquateste Variante angesichts der Gefahr eines gewalttätigen, körperlichen Übergriffs. Der Kampfkunst Unterricht gibt dem Kind die Fähigkeit, sich in Extremsituationen mit Selbstverteidigungstechniken zur Wehr zu setzen. Durch das Üben der Bewegungen entsteht mit der Zeit ein Gefühl der Sicherheit. Das Kind hat nun eine passende Antwort auf gewalttätige Angriffe. Diese Sicherheit erlaubt es Ihrem Kind die Opferrolle abzulegen. Somit lässt sich im Vorfeld die Gefahr einer gewalttätigen Eskalation vermeiden. Denn ein selbstbewusstes Kind kommt weniger in eine Täter-Opfer-Auseinandersetzung. Eine gute Kampfkunstschule hat jedoch nicht nur die Aufgabe der Schulung von körperlichen Aspekten einer Kampfkunst. Sie lehrt immer nach dem Prinzip der Einheit von Körper und Geist. So ist eine Kampfkunstschule neben einem Ort der körperlichen Ertüchtigung auch insbesondere ein Hort des respektvollen und rücksichtsvollen Umgangs miteinander.

Gewaltprävention

Wie oben beschrieben, kann die Gewalt auch schon im Vorfeld präventiv verhindert oder eingedämmt werden. Es gilt zu erkennen, wann eine potentielle Gewaltsituation entstehen kann. Aber auch davor kann man verhindern, dass überhaupt Gewalt entsteht. Und falls sie doch entsteht, dann gilt es diese bereits im Keim zu ersticken. Bei der Gewaltprävention geht es genau um solche Themen. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass diese den richtigen Umgang erlernen. Ebenfalls ist es gut, wenn die Kinder ein Bewusstsein entwickeln und somit selbstständig die Probleme lösen oder gar im Vorfeld abwenden.

Nachfolgend ein paar Bücher, die das Thema umfassend behandeln und insbesondere auf die Anwendung in Schulen eingehen:

Die traditionelle chinesische Kung Fu Schule

In der chinesischen Kung Fu Schule gibt es keinen militärischen Drill. Im Gegensatz zu vielen Kampfsportarten anderer asiatischer Länder, deren Tradition militärischen Ursprungs ist, entstammt die chinesische Kung Fu Schule einer über die Jahrhunderte überlieferten Familientradition. Dies kennzeichnet auch den Unterrichtsstil und den Umgang der Schüler untereinander sowie den Umgang mit dem Lehrer. Die Lehre des Konfuzius (Kung Fu Tse) lehrt den Respekt vor Eltern und dem Alter. Die chinesische Kung Fu Schule fördert ein soziales Verhalten, weil in einem familiären und freundlichen Klima unterrichtet wird. Hilfsbereitschaft und Mitgefühl gegenüber den Mitschülern stehen im Vordergrund. Ebenso wird die Fähigkeit gelehrt, miteinander zu trainieren und nicht im Konkurrenzkampf gegeneinander arbeiten.

Wing Tsun – die Kampfkunst für Kinder und Jugendliche

Gerade für Kinder und Jugendliche ist die chinesische Kampfkunst Wing Tsun besonders geeignet – wurde dieser Kung Fu Stil doch von einer Frau entwickelt, weil man sich mittels einer ausgeklügelten Technik gegen körperlich überlegene Angreifer effektiv zur Wehr zu setzen kann. Gemäß der taoistischen Philosophie, deren technische Umsetzung sich in den Konzepten der Wing Tsun Kampfkunst widerspiegelt, verhält sich der Angegriffene wie ein Fluss, der ins Meer fließt. Kommt ihm ein Fels in die Quere, lässt er sich von ihm nicht aufhalten. Allen Hindernissen zum Trotz erreicht er sein Ziel. In der Anwendung setzt der Wing Tsun Schüler dies um, in dem er lernt, eine größere Kraft als die Eigene nicht mit Widerstand aufzuhalten, sondern nachzugeben und den Angreifer ins Leere laufen zu lassen, ähnlich des Toreros im Kampf mit dem Stier.

Bildnachweise (von oben nach unten):

Young martial artists von Quinn Dombrowski / Quinn Anya CC BY 2.0 // Größenanpassung und Ausschnitt